ZUM BAHNHOF HÖNTROP

Nachdem am 12. März 1931 auch die Strecke von Eickel II nach Herne aus dem Gemeinschaftsverkehr mit der Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahn herausgelöst worden war, wurde die Linie von Herne nach Höntrop wieder durchgehend von der Westfälischen Straßenbahn GmbH betrieben.

Sie war seit dem 21. Juli 1926 nach der Auflösung des Landkreises Gelsenkirchen und nach der Übertragung der Gesellschaftsanteile der Kommunalen Straßenbahn auch Eigentümerin der Strecke.

Trotz der wirtschaftlichen Unsicherheiten, die das Unternehmen weiterhin begleiteten, trieb sie den Ausbau des Netzes voran:

Am 17. Dezember 1929 wurde die Linie G in Höntrop um 500 Meter bis zum Bahnhof Höntrop verlängert (Postkarte Verlag Heinrich Koch, Essen – Sammlung Rudolf Wantoch).

Um die Straßenbahn von der bisherigen Endstelle in Höntrop über das nach Süden stark abfallende Gelände zum Bahnhof führen zu können, wurde unter Inkaufnahme umfangreicher Erdbewegungen und hoher Erstellungskosten eine neue, großzügige Straße angelegt.

Die Endstelle lag mit Blick auf eine angedachte, aber nicht realisierte Verlängerung nach Eppendorf unmittelbar vor der Eisenbahnüberführung am Bahnhof Höntrop in der Straßenmitte. In Eppendorf wäre eine weitere Verbindung zum Streckennetz der Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen AG möglich gewesen.

Die Einstellung der Linie G am 31. Dezember 1937 kam diesen Plänen zuvor. Die als Ersatz für die Straßenbahn eingerichte Omnibuslinie E stellte ab dem 1. Januar 1938 die Verbindung nach Eppendorf her.

Bisher gibt es außer einer städtischen Akte mit dokumentarischen Bildern der Trasse von diesem Teilstück der Linie Herne – Höntrop nur zwei, an der Endstelle entstandene Betriebsfotos: Ein im Stadtarchiv Bochum erhaltenes Bild sowie ein Foto, das zur Eröffnung in der Tageszeitung erschien. Trotz der sehr schlechten Qualität habe ich mich entschlossen, dieses weitgehend unbekannte Bild hier zu zeigen.

  • Das Bild zur Eröffnung aus der "Wattenscheider Morgenzeitung".
    W. Knapp - Repro Sammlung Ludwig Schönefeld

BERGSCHÄDEN

Immer wieder wurde die Verbindung von Herne nach Höntrop von Bergschäden heimgesucht. Bereits kurz nach der Eröffnung traten im Bereich der Gemeinde Westenfeld Bodensenkungen und Verwerfungen auf.

1931 war ein Bergschaden in diesem Bereich so schwerwiegend, dass das Gleis buchstäblich in der Luft hing.

  • Von Anfang bereiteten Bergschäden auf der Linie nach Höntrop Probleme.
    Chronik 10 Jahre Westfälische Straßenbahn GmbH