SCHNELLVERKEHR

Eine kurze, aber lange in Erinnerung gebliebene Episode des Nahverkehrs in Wattenscheid war der sogenannte „Schnellverkehr“.

Erstmals experimentierte man im Februar 1938 mit Schnellwagen zwischen Gelsenkirchen und Wattenscheid – mit nur einem Halt am Ückendorfer Platz. Am 14. Mai 1939 wurde diese Verbindung wieder aufgegeben.

Ein zweiter Anlauf soll nach unbestätigten Quellen noch 1944 mit den 1942 von der Waggonfabrik Credé gelieferten Triebwagen 550 bis 559 erfolgt sein.

Gesichert ist, dass es ab 1. Juli 1950 wieder einen „Schnellverkehr“ gab. Triebwagen 555 (ab 1951 Triebwagen 87), der noch vor dem Krieg versuchsweise mit Klapptrittstufen aus gerüstet worden war, erhielt vermutlich bei deren Rückbau die Anfang der 1950er-Jahre eingeführte Omnibus-Lackierung in dunkelgrün / beige mit hellgrünem Zierstreifen.

Ab dem 19. Juni 1952 kam Triebwagen 8 hinzu, der von der Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen AG in eigener Werkstatt auf einem Credé Reservefahrgestell neu gebaut worden war. Sein Aufbau entsprach dem sogenannten „Verbandstyp“.

Die Solowagen des Schnellverkehrs fuhren mit nur einem Halt an der Friedenskirche in Wattenscheid direkt vom Gelsenkirchener Hauptbahnhof zum Bahnhof Bochum-Süd. Im Oktober 1953 erhielt die Schnellverkehrslinie die Nummer 22.

Am 7. Mai 1956 wurde die Linie 22 auf Omnibusse umgestellt. Als Linie 99 wurde der Schnellbusverkehr auf der Relation Gelsenkirchen Alter Markt – Wattenscheid Kirche – Bochum Rathaus (ab Oktober 1957 Bochum Hauptbahnhof) bis zum Fahrplanwechsel am 1. Mai 1966 beibehalten.

Die im Schnellverkehr eingesetzten Triebwagen 8 und 87 wurden nach der Einstellung wieder im üblichen Design der Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen AG lackiert. So blieben sie bis zum November 1968 (Triebwagen 8) und bis zum November 1970 (Triebwagen 87) im Einsatz.

Das Foto zeigt Schnellverkehrs-Triebwagen 8 abfahrbereit am Gelsenkirchener Hauptbahnhof im Mai 1953 (Foto Peter Boehm – Sammlung Axel Reuther).