FINANZIELLE PROBLEME

1922 musste der Verkehr zwischen Herne und Höntrop erstmals eingestellt werden. Zu groß waren die wirtschaftlichen Schwierigkeiten, zu gering die Fahrgeldeinnahmen. Die für das Titelbild dieses Kapitels verwendete Postkarte aus dem Frühjahr 1923 dokumentiert das zu diesem Zeitpunkt ungenutzte Streckengleis der Westfälischen Straßenbahn in der unteren Oststraße (Verlag Cramers Kunstanstalt, Dortmund – Sammlung Ludwig Schönefeld).

Im April 1923 konnte der Verkehr wieder aufgenommen werden. Die Einschränkungen aufgrund der Besetzung des Ruhrgebiets durch französische und belgische Soldaten führten jedoch immer wieder Unterbrechungen des Linienverkehrs. Die Lage stabilisierte sich erst nach der Einführung der Rentenmark im Oktober 1923 und ihrem Ersatz durch die neue Reichswährung im August 1924.

Auch in den folgenden Jahren blieb die Verbindung von Herne nach Höntrop unrentabel. Da sie nicht die einzige notleidende Strecke der Westfälischen Straßenbahn GmbH war, kam es 1937 zum Konkurs. Die Strecken der Westfälischen Straßenbahn GmbH wurden durch die Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen AG übernommen.

ERSATZ DURCH DEN OMNIBUS


Diese ersetzte die Straßenbahnlinie G zum 1. Januar 1938 durch die Omnibuslinie E. Ihrem Streckenverlauf folgte – mit Ergänzungen über die ehemaligen Endstellen der Straßenbahn hinaus – in den 1970er-Jahren die Omnibuslinien 90, ab 1980 dann die Linie 390.

Wer heute mit offenen Augen durch Wattenscheid geht, findet hier und dort noch Relikte der Linie G: An einigen Häusern in der Innenstadt und an der Westenfelder Straße gibt es noch heute die Aufhängungen der Fahrleitung. Eine weitere Spur der Linie G ist der von der Endstelle der Linie 310 nach Westenfeld führende Radweg. Er verdankt seine großzügige Anlage dem Anfang der 1930er-Jahre gefassten Plan, die Straßenbahn zwischen Höntrop und Westenfeld auf eigenem Bahnkörper neu anzulegen.

Der Betriebshof der Bahn in Eickel wurde zunächst noch als Straßenbahnbetriebshof für die Verbindung von Bochum nach Wanne-Eickel genutzt, später dann als Omnibusbetriebshof. Inzwischen existiert auch er nicht mehr.

ZURÜCKZUM NÄCHSTEN KAPITEL