DURCH WESTENFELD

Auf dem Gebiet der Gemeinde Westenfeld wechselte die Straßenbahn aus der Straßenmitte auf die in Fahrtrichtung Höntrop rechte, westliche Straßenseite. Diese Seitenlage wurde bis zur Endstelle „Höntrop“ beibehalten. Diese lag noch auf Westenfelder Gemeindegebiet unmittelbar vor der Gemeindegrenze. Diese entsprach dem Verlauf der damaligen Höntroper Chausseestrasse (heute Wattenscheider Hellweg).

Die Fortsetzung der Wattenscheider Chausseestrasse hieß auf Westenfelder Gebiet Hauptstrasse. Am 1. April 1926 wurde die Gemeinde Westenfeld in die neue Mittelstadt Wattenscheid integriert. Seither trägt der Straßenzug auf der gesamten Länge von rund 2,2 Kilometern die Bezeichnung „Westenfelder Straße“.

Zwischen der Einmündung der Lohackerstraße (bis 1926 Höntroper Straße) und dem Hellweg verlief die Westenfelder Straße im Vergleich zur heutigen Trasse ursprünglich einige Meter weiter östlich, in etwa dort, wo sich heute eine Anliegerstraße und ein Radweg befinden. Auf der Fläche der einstigen Endstelle der Kommunalen Straßenbahn wenden heute die modernen Variobahnen der Linien 310 und 305.

LINIE G / LINIE C

1912 übernahm die in Gerthe ansässige Westfälische Straßenbahn GmbH die Betriebsführung der Kommunalen Straßenbahn. Die Linie von Herne über Eickel und Wattenscheid nach Höntrop erhielt als Liniensignal den Buchstaben G.

Im Zusammenhang mit der Übernahme der Betriebsführung wurde vereinbart, die Linie G in ein größeres Streckennetz zu integrieren. Die Westfälische Straßenbahn versprach sich davon auch einen Rationalisierungseffekt, der die von Anfang an vergleichsweise geringen Einnahmen auf der Strecke von Herne nach Höntrop abfedern sollte. Aus diesem Grund sollte die Strecke der „Kommunalen“ in Herne mit der ebenfalls von der „Westfälischen“ betriebenen Strecke von Herne nach Gerthe verbunden werden. Das wurde am 20. Dezember 1921 durch die Inbetriebnahme neuer Gleisanlagen in Herne möglich. Als Linie C verkehrte die Bahn nunmehr von Gerthe über Herne nach Höntrop.

Details dazu finden Sie auf meiner Herner Website „Zwischen Kohle und Kirmes“.

Die als in diesem Kapitel als Beitragsbild gezeigte Postkarte (Verlag Caspar Gerwens, Wattenscheid – Sammlung Rudolf Wantoch) wurde im Oktober 1912 verschickt. Sie zeigt einen Triebwagen der Kommunalen Straßenbahn vor dem Wattenscheider Amtshaus.

Das Amtshaus war das erste Gebäude auf dem Gebiet der zum Amt Wattenscheid gehörenden Gemeinde Westenfeld. Auch die Straße lag auf Westenfelder Gebiet. Sie hieß an dieser Stelle deshalb Hauptstraße. Die Häuser auf der linken Straßenseite gehörten demgegenüber noch zur Stadt Wattenscheid.

Mit dem nachfolgenden Slider lade ich Sie ein, eine Fahrt mit der Kommunalen Straßenbahn von dort nach Höntrop zu unternehmen.

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  • Am "Dreieck" trennen sich die Linien: Die "Kommunale" steht in der damaligen Chausseestrasse.
    Im Hintergrund wartet ein Bochumer Wagen auf die Abfahrt nach Gelsenkirchen.
    Siemens Historical Institute