GÜNNIGFELD – LANGENDREER

Der Streckenast von Günnigfeld nach Höntrop wurde zur Aufnahme des Gemeinschaftsverkehrs über eine zweite, neu errichtete Verbindungsstrecke mit dem Bochumer Netz der Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen AG verbunden.

Die neue Strecke verband die Endstelle der Westfälischen Straßenbahn an der katholischen Kirche in Höntrop mit der Ausweiche und Endstelle der Bochumer Linie 10 am Walzwerk des Bochumer Vereins.

In der Bochumer Innenstadt wurde die Linie 10 mit der Strecke zum Bahnhof Langendreer zusammengelegt. So entstand die neue Gemeinschaftslinie 10 von Günnigfeld über Wattenscheid, Höntrop und Bochum nach Langendreer.

Die neue Verbindung hatte rund dreieinhalb Jahre Bestand. Am 19. Februar 1928 wurde der Gemeinschaftsverkehr zwischen Höntrop und Langendreer wieder eingestellt,

„Höntrop Kirche“ wurde zum Umsteigepunkt zwischen der Linie G der Westfälischen Straßenbahn und der Linie 10 der Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahn.

Obwohl die Verbindung zwischen den beiden Gesellschaften weiterhin bestand, nutzten die Linie G und die Linie 10 keine gemeinsame Haltestelle. Die Fahrgäste waren gezwungen, rund 100 Meter zu Fuß zurückzulegen, wenn sie von einer Linie in die andere umsteigen wollten.

1983 wurde die Essener Straße zwischen Bochum und Höntrop vierspurig ausgebaut. Die Strecke der Straßenbahn, die sich bis dahin noch weitgehend so präsentierte wie sie in den 1920er-Jahren gebaut worden war, wurde auf den Mittelstreifen verlegt.

Mit Blick auf den geplanten Lückenschluß im Bochumer Autobahnring wurde zeitgleich mit dem Ausbau der Essener Straße eine neue Autobahnunterführung angelegt. Diese Baumaßnahme erforderte vorübergehend eine starke Verschwenkung der Straßenbahngleise, so daß die Straßenbahn auf einigen Metern unmittelbar neben der Werksbahn des Bochumer Vereins verlief.

Das Foto (Ludwig Schönefeld) zeigt Triebwagen 313 (Düwag 1976) am 4. Juli 1983 noch auf dem alten Gleis in Höhe des Walzwerkes Höntrop.