IN WATTENSCHEID

In Wattenscheid fuhr die Kommunale Straßenbahn aus Günnigfeld kommend über die Hordeler Straße (heute Günnigfelder Straße), die Hüller Straße, die Rosenstraße und den Hagen (heute Hagenstraße) bis zur Oststraße.

In der Oststraße, deren oberen Abschnitt wir auf der Postkarte aus dem Jahr 1908 sehen (Verlag Cramers Kunstanstalt, Dortmund – Sammlung Ludwig Schönefeld), teilten sich die Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen AG und die Kommunale Straßenbahn zwischen der Einmündung der Freiheitstraße und der evangelischen Kirche die Trasse. Diese wurde mit dem Bau der Kommunalen Straßenbahn doppelgleisig ausgebaut. Dazu wurden an der Einmündung der Freiheitstraße und am Beginn des zweigleisigen Abschnitts in der Oststrasse jeweils eine Weiche eingebaut.

Der nachfolgende Slider enthält eine Reihe von Fotos, die im Eröffnungsjahr der Kommunalen Straßenbahn zur Dokumentation des Projektes im Auftrag von Siemens und für regionale Postkarten entstanden. Die Luftbilder wurden Mitte der 1920er-Jahre für den Siedlungsverband Ruhrkohlenbezirk aufgenommen (© RVR – 1925-1930 – dl-de/by-2-0). In ihnen kann man neben den Straßenbahnwagen des Personenverkehrs auch einen zur Befeuchtung der Straßen verwendeten Schienensprengwagen erkennen.

  • Das Luftbild aus den 1920er-Jahren zeigt links die Hüller Straße und rechts die Parkstraße.
    © RVR – 1925-1930 – dl-de/by-2-0

CHAUSSEESTRASSE

An der evangelischen Kirche verließ die Kommunale Straßenbahn die mit der Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahn gemeinsam genutzte Oststraße. Der dafür notwendige Gleisabzweig wurde von Anfang an doppelgleisig angelegt. Nunmehr folgte das Gleis der Chausseestraße bis zum damaligen Wattenscheider Amtshaus (heute Westenfelder Straße 56 B), bevor die Strecke nach der Einmündung der Graf-Adolf-Straße das Gebiet der Gemeinde Westenfeld erreichte.

Mit einer Breite von neun Metern ließ die Chausseestrasse die Verlegung des Straßenbahngleises in der Straßenmitte zu. Die Oberleitung wurde auf diesem Teilstück – wo immer möglich – an den Fassaden der Häuser befestigt. Viele von ihnen entstanden zeitgleich mit dem Bau der Bahn. Wo noch keine Fassaden zur Verfügung standen, wurden vorübergehend Masten errichet.

Vor dem Wattenscheider Amtshaus befand sich eine Ausweiche. Die Haltestelle wurde in einen kleinen Platz integriert, der aus der Chaussee und den Vorgärten des Amtshauses und dessen Nachbarbebauung gebildet wurde. Heute kann man die historische Situation noch anhand der zurückversetzten Fassaden der Gebäude Westenfelder Straße 56, 58 und 60 erahnen.

Zur Zeit des Straßenbahnbaus entstand die nachfolgend in verschiedenen Detailansichten gezeigte Postkarte. Das unweit vom Bahnhof Wattenscheid vom Bahndamm der Bergisch-Märkischen-Eisenbahn aufgenommene Motiv dokumentiert die Lage der Chausseestrasse und die zahlreichen Neubauten in ihrem Verlauf. Zugleich wird der Geländeanstieg vom Bachlauf der Radbecke zur Hochstraße deutlich. Die aus der Anhöhe resultierende Wasserscheide begründete einst den Namen der Stadt Wattenscheid.

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  • Von den Bahngleisen fällt der Blick über die Felder an der "Radbecke" auf Wattenscheid.
    Im Vordergrund befinden sich heute der Damm der A 40 und das Ehrenmal.
    Postkarte ohne Verlagsangabe - Sammlung Ludwig Schönefeld